Arthrose-Therapie

Arthrose (aus dem Griechischen: "arthros" = Gelenk) ist ein Zerstörungsprozess, bei dem der Gelenkknorpel beschädigt wird bzw. verloren geht. Dieser Vorgang kann in den großen Gelenken (z.B. Knie- und Hüftgelenken) aber auch in den kleinen Gelenken (z.B. Finger- und Wirbelgelenken) stattfinden.

Gelenke sind die dynamischen Verbindungen unserer Knochen. Sie bilden die Grundlage jeder Bewegung des Körpers. Die Knochenenden sind mit einer Knorpelschicht bedeckt. Diese weist einerseits elastische Eigenschaften auf, um damit Druck- und Stoßbelastungen auffangen zu können.

Andererseits besitzt sie eine glatte Oberfläche, die einen nahezu reibungsfreien Bewegungsablauf der Gelenkpartner ermöglicht. Als "Schmierung" für diesen Gleitvorgang produziert die Gelenkinnenhaut Gelenkflüssigkeit, die die Knorpeloberfläche benetzt.

Bei der Arthroseentstehung nutzt sich dieser Knorpelbelag zunehmend ab. Dieser Prozess kann je nach Ursache punktuell oder auch auf der gesamten Gelenkoberfläche entstehen. Dabei verändert der Knorpel zunächst seine Struktur und es entsteht eine Knorpelerweichung, auch Chondromalazie genannt (Grad I).

Im weiteren Verlauf bricht der Knorpel auf und verliert dabei seine glatte Oberfläche und somit an Gleitfähigkeit (Grad II). Es bilden sich Krater im Knorpel (Grad III), so dass im Endstadium der Erkrankung der darunter liegende Knochen komplett freiliegt (Grad IV).

Als Ursachen kommen in Betracht:

- Genetisch bedingte schlechte Knorpelqualität
- Fehl- und Überbelastungen
- Fehlstellungen der Gelenke
- Unfall-bedingte Knorpelverletzungen
- Knorpelzerstörende Erkrankungen wie z.B. Rheuma

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Im Verlauf der Arthroseentstehung bildet der Knochen Wucherungen (Exophyten), die die Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes zunehmend einschränken. Die Gelenkinnenhaut wird gereizt und schwillt an. Durch diese Vorgänge deformiert sich das Gelenk schließlich sichtbar.

In Phasen der so genannten Aktivierung - z.B. ausgelöst durch eine Überbelastung - kommt es zu einer massiven Reizung, die Gelenkinnenhaut produziert zuviel Gelenkflüssigkeit, das Gelenk schwillt an und schmerzt stark. Diese Vorgänge werden von verschiedenen Botenstoffen gesteuert, wie wir aus neueren molekularbiologischen Untersuchungen wissen.

Wir wenden verschiedene Therapie-Konzepte an, die abhängig vom Stadium der Arthrose und den subjektiven Beschwerden sorgfältig ausgewählt werden. Zum Teil dienen sie nur der Beschwerdelinderung, zum Teil richten sie sich direkt gegen die Ursachen und mechanischen Folgen der Arthrose:

- Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente
- Gelenkinjektionen (z.B. Kortison zur Entzündungshemmung)
- Physikalische Therapie (z.B. Reizstrom, Ultraschall, Magnetfelder)
- Physiotherapie (Krankengymnastik zur Verbesserung der Gelenkfunktion)
- Orthopädische Hilfsmittel (Bandagen, Orthesen, Einlagen, Schuhzurichtungen)

Knorpelschutztherapie:

- Nahrungsergänzung (z.B. Glucosamin, Chondroitin)
- Gelenkinjektionen mit Hyaluronsäure (Verbesserung der Gleitfähigkeit des Knorpels und Stoffwechsel des Gelenkes)
- Orthokin®-Therapie (Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist)