Minimal- invasive Wirbelsäulentherapie

Der aufrechte Gang fordert einen hohen Preis: Rückenschmerzen zählen weltweit zu den häufigsten Beschwerden. Etwa 60 bis 80% der 30- bis 60-jährigen leiden darunter. Längst hat sich daraus eine Volkskrankheit entwickelt.

Die Ursachen für diese schmerzhafte Erkrankung sind vielfältig. So können Muskelverspannungen, Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule, d.h. Abnutzung im Bereich der Wirbelkörper, -gelenke und der Bandscheiben, Entzündungen (z.B. Rheuma), Missbildungen (Skoliose, Scheuermann) und Skeletterkrankungen (Osteoporose) zu Rückenschmerzen führen. Akute starke Schmerzen können zur Qual werden und in ein chronisches Stadium übergehen.

Sie müssen aus diesem Grund schnellstmöglich und effektiv behandelt werden. Grundlage hierfür ist zunächst eine exakte Schmerzanalyse, um die Ursachen der Beschwerden schnell und zweifelsfrei diagnostizieren zu können. Hierfür stehen neben der manuellen Untersuchung technische Verfahren wie das digitale Röntgen, die 3D-Wirbelsäulenanalyse, das Oberflächen-EMG, die Triggerpunktanalyse, die DXA-Knochendichtemessung und ggfs Kernspintomografie und CT- Untersuchungen zur Verfügung.

Die moderne erfolgreiche Wirbelsäulentherapie beinhaltet im Rahmen der individuell abgestimmten ganzheitlichen Behandlungsstrategie die Verknüpfung herkömmlicher Therapiekonzepte mit alternativen und wirkungsvollen innovativen Behandlungsmethoden. Dies bedeutet, dass auch verschiedene Therapieformen kombiniert werden, die sich im Spannungsfeld zwischen Hightech und Naturheilkunde bewegen.

So können muskulär verursachte Beschwerdezustände schonend und effektiv durch die Trigger- Osteopraktik und die Trigger-Stoßwellentherapie(TST®) behandelt werden. Zusätzlich steht uns auch der Spineliner (spine: engl. für Wirbelsäule) zur Verfügung.

Mit ihm lassen sich schmerzhafte Funktionsstörungen der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates aufspüren und wirkungsvoll therapieren. Ein weiterer Baustein in der Behandlung stellt die interventionelle Schmerztherapie dar. Durch den Einsatz von modernen Computertomographen (CT) ist es uns möglich, direkt am Ort der Schädigung eine entsprechende Therapie an der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule vorzunehmen. Unser Ziel ist es, den Schmerzauslöser direkt unter Einsatz minimaler und mikroinvasiver Maßnahmen zu behandeln.

Unter Bildsteuerung können Behandlungsinstrumente wie Nadeln und Mikrokanülen punktgenau und präzise im betroffenen Bereich der Wirbelsäule platziert und somit ausgewählte Medikamente lokal verabreicht werden. Die Therapie kann je nach Ursache und Ausmaß der Beschwerden mit unterschiedlichen neuartigen und besonders wirkungsvollen Substanzen durchgeführt werden.


Intradiskale elektrothermale Therapie (IDET)

Hitze gegen Schmerz:

Chronische Rückenschmerzen sind nicht immer ein Zeichen für einen Bandscheibenvorfall. Auch andere, degenerative Veränderungen des Bandscheibengewebes können solche Schmerzen auslösen, die dann allerdings nicht in die Beine ausstrahlen. In diesen Fällen kann man den Schmerz oft durch eine Hitzebehandlung des Bandscheibenringes behandeln.

Bei einer solchen Thermokoagulation werden die schmerzsensiblen Nervenstrukturen ausgeschaltet, die als Schmerzrezeptoren im Bandscheibenring liegen. Diese Rezeptoren können zum Beispiel durch weiches Bindegewebe in die belastete Bandscheibe eingewachsen sein. Durch die Erhitzung und die dadurch entstehende Narbenbildung kann der äußere Faserring der Bandscheibe wieder geschlossen werden, was ein weiteres Einwachsen der Nerven verhindert.

Ein Vorteil dieses auch "Intradiskale elektrothermale Therapie", kurz IDET, genannten Verfahrens ist unter anderem, dass es nur wenig invasiv ist und ambulant durchgeführt werden kann.

PRT /PDI

Ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine, aber auch Rückenschmerzen werden oft durch Bandscheibenschäden oder knöcherne Engen und Veränderungen verursacht manchmal begleitet von Taubheit und Kribbeln bzw. Kraftminderung in bestimmten Anteilen des Beines oder des Armes. Hier können 3- 5 periradikuläre (PRT) oder peridurale (PDI) Infiltrationen im Abstand von 1 Woche helfen.

Verlauf:

Nachdem die entsprechende Schnittebene durch das Computertomogramm festgelegt wurde, werden der Abstand der Einstichstelle der Nadel, der entsprechende Einstichwinkel sowie die Entfernung zur Nervenwurzel millimetergenau festgelegt.

Das Einbringen der Interventionsnadel erfolgt unter gleichzeitiger computertomographischer Lagekontrolle. Durch diese Art des Vorgehens erreicht man eine auf den Millimeter genaue Zielsicherheit essentiell damit Nerven und Gefäße geschont werden können.

Durch die zielgenaue Behandlung kann außerdem mit nur geringen Medikamentenkonzentrationen gearbeitet werden.

Nach einer örtlichen Betäubung wird eine dünne Kanüle unter CT-Kontrolle genau an den Ort der Schmerzentstehung geführt. Die tatsächliche Lage der Nadel wird laufend am Kontrollbild im Computertomogramm überprüft.

An der betroffenen eingeklemmten und angeschwollenen Nervenwurzel führt der eingebrachte Medikamentencocktail schnell und effektiv zu einem Rückgang der Entzündungs- und Einklemmungsphänome mit einer deutlichen Verringerung des Schmerzbildes im Rücken und Arm bzw. Bein.

Nach der Infiltration beträgt die Überwachungszeit in unseren Räumlichkeiten in der Regel 30 - 60 Minuten. Anschließend sollten Sie sich abholen lassen, da das Führen eines KFZ an diesem Tag nicht erlaubt ist und sich zu Hause etwas schonen.

Die Infiltrationen werden in der Regel gut vertragen. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen bei Jod-Unverträglichkeit, Blutdruckerhöhungen, Zuckererhöhung bei Diabetikern, Gesichtsröte, Wassereinlagerungen oder Regelstörungen kommen. Diese unerwünschten Nebenwirkungen sind selten und bilden sich nach dem Absetzen meist rasch zurück.

Indikationen:
• Bandscheibenvorfälle in der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
• Nervenwurzelreizungen
• chronisch gereizte Wirbelgelenke
• degenerative Veränderungen der Wirbelsäule

Die PRT wird in Kooperation mit der neuroradiologischen Privatpraxis MRT- Akademie durchgeführt.

www.mrt-akademie.de